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Home Aktuell Presse Der Bote 03.12.2007
Der Bote 03.12.2007 PDF Drucken E-Mail

NÜRNBERGER LAND/ALTDORF – Es gibt Neuigkeiten von „Bread & Butter“: Nach „Eat this“ hat die Band sich für ihre neue Produktion viel Zeit gelassen und eine absolut vielseitige und professionell gemachte Scheibe unter dem Titel „Seven fifty nine“ eingespielt.


Das Album enthält zwölf neue Eigenkompositionen der vier Musiker aus dem Großraum Nürnberg mit mal verspielt poppigen, mal schnörkellos rockigen, mal krachend souligen und dann wieder balladesk akustischen Nummern. In eine Stilschublade passen die Kompositionen also beileibe nicht und das ist gut so. Prägend für viele der Lieder ist nach wie vor der mehrstimmige Gesang, der an die Westcoast-Songs vergangener Zeiten erinnert, aber eben nur erinnert. Mit E- und akustischer Gitarre, Bass und Schlagzeug präsentieren die erfahrenen Musiker ebenso druckvoll wie filigran eine sehr eigenständige und variantenreiche Rock-Mischung. Wer unbedingt einen Namen für die Musikrichtung braucht, möge sie als Crossover aus Gitarrenpop mit Soul- und Folkrockeinflüssen bezeichnen. „Bread & Butter“ nennen sie „Rockmusik für Erwachsene“.


„Bread & Butter“ – das sind Hannes Welsner (vocals, guitar), Peter Buttberg (guitars, vocal), Frank Aberhan (bass, vocal) und Wolfgang März (drums, vocal).


Besonders auffällig ist bei dieser Produktion Frank Aberhans virtuoser Bass. Der Musiker hat sich, zusätzlich zu seinem Part als tragendes Soundelement, zu einem Solisten weiter entwickelt, der zusammen mit der Gitarre erheblich zu dem unverkennbaren


Sound der Formation beiträgt.


Außerdem hat er zusammen mit dem charismatischen Leadsänger Hannes Welsner beeindruckende, klangvolle Backgroundchöre entwickelt. Das Schlagzeug von Wolfgang März liefert in gewohnter Weise wieder das tragende Fundament für alle Songs, und Peter Buttberg sorgt mit seiner reifen Stimme dafür, dass aus jeder der Nummern eine runde Sache wird.


Schon beim ersten Song wird klar, dass hier ein professionell angelegtes Album produziert wurde, was übrigens auch das perfekte Booklet nahe legt. Die Musik kommt einerseits mit knackigen Stromgitarren daher, dann wieder entspannt und eher verhalten, und immer absolut satt und exakt. Wobei Perfektion nur im positiven Sinn zu verstehen ist: keine eingefahrenen Linien, keine hundert Mal gehörte Riffs. Eigenwillige kleine Soli, charmanter mehrstimmiger Gesang mit viel Ausstrahlung prägen die meisten Titel, und keiner der Musiker spielt sich als Chef in den Vordergrund.


Doch nicht in allen Nummern wirken die Musiker eher zurückgenommen. Zwischendurch knallt der Bass, funkig, witzig und einfallsreich hören sich die Songs an, beachtlich auch das durchgängig akzentfreie Englisch, in dem die Texte gehalten sind. Die Refrains klingen häufig westcoast-flockig, beinahe ohrwurm-verdächtig, sehr melodisch. Einige der Stücke sind stark balladig, lassen aber trotzdem eine gewisse Dynamik nicht vermissen. In den fetzigeren Nummern kommt wieder Aberhans Schnalzbass zum Tragen wie in „Sad Mister Seven“ mit musikalisch besonders griffigem Sound. Und immer wieder erinnern die Gesänge an die Kategorie frühe Beatles, Crosby, Stills, Nash and Young oder Simon & Garfunkel, wenn die Franken auch modernere und oft kompliziertere Arrangements aufweisen. Zwischendurch wird es manchmal mainstreamig-gefällig, doch ohne den Hörer einzulullen, denn immer wieder folgen härtere Basslinien, kompakte Schlagzeugsoli und Gitarrenparts, bei denen schon mal die Post abgeht, dafür sorgt schon Peter Buttberg, der langjährige Gitarrero von Bread and Butter.


Man merkt, dass das Programm gut durchdacht ist, nichts bleibt dem Zufall überlassen, die Liedfolge ist klug ausgewählt, ebenso der sparsame Einsatz von technischen Effekten. „Seven fifty nine“ ist nicht nur der Titel der CD, sondern der einzige Song, der aus der Feder von Volker Groß stammt, dem einstigen Bread-and-Butter-Mitglied, dem die aktuellen Musiker der Band auf diese Weise ihre Referenz erweisen. Auch die Texte haben etwas zu sagen, sind einerseits durchaus poetisch, verbreiten manchmal depressive Stimmungen, andererseits sind sie aber am Alltag orientiert, wie in „Too much mother“, wo eine übermotivierte Mutter besungen wird oder in „Cleaning Woman“, ein Song, in dem es um einen spontanen Seitensprung mit der Putzfrau geht.


Das neue Album wurde in dem Profi-Studio von Dieter Roth in Burghaslach aufgenommen und produziert, das Cover entwarf René Carstanjen. Das Booklet beinhaltet die Texte und Fotomotive, die ebenfalls an die 60er, 70er Jahre erinnern, gleichzeitig aber auch zeitgenössische Motive enthalten. Ein besonders netter Einfall: Jeder Songtext ist mit einem kleinen Fotoausschnitt versehen, der inhaltlich einen Bezug zum Lied hat. Dabei sind auch die Bandmitglieder als Fotostatisten integriert.


Die Band wurde 2000 gegründet, ist zwischenzeitlich im gesamten süddeutschen Raum unterwegs und hat nun auch ihr eigenes Label gegründet: „Butterbread Records“. Die neue CD gibt es ab sofort im Einzelhandel, z. B. in Altdorf bei Hifi Englmeier, im Eigenvertrieb und unter www.breadandbutter.de.


Vorgestellt wird die neue Produktion am Samstag, 22. Dezember, um 21 Uhr im Graffiti in Altdorf.


Gisa Spandler